Mehr als ein Benefit

Warum Employee Wellbeing in jede Unternehmensstrategie gehört

Employee Wellbeing

HR-Abteilungen sehen sich zunehmend mit der Herausforderung konfrontiert, das Wohlbefinden ihrer Mitarbeitenden aktiv zu fördern. Besonders seit der Pandemie ist der Begriff Employee Wellbeing in aller Munde – doch was bedeutet das eigentlich?

Employee Wellbeing umfasst weit mehr als die körperliche Gesundheit. Es beschreibt den ganzheitlichen Zustand des Wohlbefindens am Arbeitsplatz und schließt physische, psychische und soziale Aspekte ein. Faktoren wie mentale Gesundheit, soziale Verbundenheit und emotionale Ausgeglichenheit rücken hierbei in den Fokus und nehmen nicht nur auf die Zufriedenheit der Mitarbeitenden Einfluss, sondern auch auf die Leistungsfähigkeit und somit den Unternehmenserfolg.

Employee Wellbeing als zentrale HR-Herausforderung

Studien, wie z. B. von Krekel, Ward und De Neve aus 2019, zeigen, dass Employee Wellbeing mit einer gesteigerten Produktivität und geringeren Fluktuationsraten einhergeht. Trotz des klaren Zusammenhangs setzen viele Unternehmen noch immer nicht ausreichend auf Wellbeing-Programme. Ein zentraler Grund dafür sind die Kosten – HR-Abteilungen erkennen zwar die Notwendigkeit, die Umsetzung wird jedoch durch begrenzte Ressourcen erschwert. Hinzu kommt, dass Wellbeing-Maßnahmen oft nicht als strategischer Bestandteil der Unternehmensplanung angesehen werden, sondern eher als zusätzliche Initiative ohne langfristige Verankerung. Zudem fällt es vielen Unternehmen schwer, zu entscheiden, welche Maßnahmen wirklich sinnvoll sind und wie sie diese konsequent umzusetzen können.

Von der Theorie in die Praxis – erste Schritte

Die Flut an möglichen Maßnahmen reicht von Gesundheitsangeboten bis hin zu Coaching-Programmen – doch nicht jede Initiative passt automatisch zur eigenen Organisation. Viele Unternehmen stehen also vor der Frage, wo sie anfangen sollen.

  • 1. Psychische Gesundheit enttabuisieren:

    Eine gelebte Diversitätskultur kann Unternehmen nachhaltig stärken und Innovation fördern. Statt als reines Ziel oder Pflicht wahrgenommen zu werden, liegt die Chance in einer tief verankerten Überzeugung des Unternehmens.

  • 2. Flexible Arbeitsmodelle ermöglichen

    Employee Wellbeing bedeutet auch, seine Arbeit an individuelle Lebenssituationen anpassen zu können. Hybrid- und Remote-Modelle, flexible Arbeitszeiten und eigenverantwortliche Zeiteinteilung steigern die Zufriedenheit.

  • 3. Mitarbeitende aktiv einbeziehen

    Statt Maßnahmen „von oben“ zu verordnen, sollten Unternehmen ihre Mitarbeitenden in die Gestaltung von Wellbeing-Programmen einbeziehen. Regelmäßige Umfragen, Feedbackrunden und partizipative Formate helfen, echte Bedürfnisse zu identifizieren.

  • 4. Wellbeing ganzheitlich in die Unternehmenskultur integrieren:

    Maßnahmen können nur dann nachhaltig wirken, wenn sie mehr als einmalige Initiativen sind. Wellbeing muss in Führungsleitbilder, HR-Prozesse und die tägliche Zusammenarbeit eingebettet werden – von wertschätzender Kommunikation bis hin zu gesunden Arbeitsbedingungen.

  • 5. Externe Expertise nutzen:

    Employee Wellbeing zu fördern, ist eine strategische Aufgabe, die fundierte Analysen und maßgeschneiderte Lösungen erfordert. Wer auf professionelle Unterstützung setzt, kann datenbasiert handeln und Maßnahmen entwickeln, die wirklich einen Unterschied machen.

Ohne Zahlen keine Wirkung

Da Faktoren wie psychische Gesundheit, Stresslevel und Arbeitszufriedenheit subjektiv sind, lässt sich Employee Wellbeing nicht einfach durch klassische Kennzahlen erfassen. Stattdessen können qualitative Untersuchungen und regelmäßige Befragungen dabei helfen, das Employee Wellbeing der eigenen Mitarbeitenden systematisch zu erfassen und besser zu verstehen. Durch fundierte Methoden lassen sich individuelle Einflussfaktoren und organisationale Muster erkennen – eine entscheidende Grundlage, um datenbasiert fundierte Entscheidungen zu treffen, gezielte Maßnahmen ableiten zu können und mithilfe von strategischer Beratung eine nachhaltige Wirkung erzielen zu können.